Rückblick

Gebären für Anfänger (1/2)

Da ist man plötzlich schwanger und die Geburt rast in einem unaufhaltsamen Tempo auf einen zu. Es gibt kein Zurück und man muss da nun irgendwie durch – die Sintflut an Informationen überschwemmt einen und neben meinem Talent mich in Dinge einzulesen, habe ich auch das Talent der ultimativen Verdrängung.
Über alles habe ich gelesen…
Nur die Geburt an sich, auf die habe ich mich nebenbei vorbereitet.
In einem Crashkurs.
An einem Wochenende.

Ich war nicht super gerne schwanger und die Geburt an sich war für mich ein unumgänglicher Vorgang, der dazu gehört. Ich empfand es auch nicht als schlimm, so läuft es nun mal, wenn man ein Baby will:
Man wird Schwanger und am Ende liegt man da im Kreißsaal und schreit sich die Seele aus dem Leib.
So die Vorstellung.

Pragmatisch? Kann ich.

Dass es nicht der Kreißsaal sein musste war mir bewusst, ein Geburtshaus hätte ich schön gefunden. Da der Umzug nach Berlin aber relativ spontan zustande kam – als ich schon schwanger war – war es natürlich zeitlich und logistisch nicht mehr möglich sich auch darum zu kümmern.
Ich bin schon mehr als glücklich, dass es mit meiner Hebamme zur Nachsorge funktioniert hat – die wichtigste Person für mich und im Nachgang nicht mehr wegzudenken. Dazu aber ein andermal.

Also suchten wir uns ein Krankenhaus. Was war mir wichtig? Selbstbestimmung, nicht ans Bett gefesselt werden. Ich wollte Bewegung. Stehen. Hocken – im Handstand mit dem Popo Fliegen fangen dürfen. Ich wollte die Möglichkeit in ein Familienzimmer zu ziehen. Mein Mann sollte bei mir sein, immer!
Das Baby sollte bei mir bleiben, erst nach dem Bonding die U1, Stillen sollte unterstützt werden und das Baby nicht in einem „Babyraum“ abgegeben werden. 24h-Rooming-Inn. Sozusagen wie zu Hause, nur ohne die Putzaktion danach.

Werbeveranstaltung vom Krankenhaus oder auch: Infoabend

Letztendlich haben wir uns auch nur in einem Krankenhaus den Infoabend angetan. Es war mitten in der Woche und dennoch hoffnungslos überfüllt, sogar von Frauen bei denen man noch keinen Bauch gesehen hat – ich denke das beschreibt die Situation in Deutschland ziemlich gut: wenig Kreißsäle, Angst auf dem Flur entbinden zu müssen und immer mehr Schwangere.
Das Krankenhaus war streckenmäßig für uns am besten zu erreichen und nebenbei konnte es die meisten meiner Wünsche erfüllen.
Leider ist es ja heute so, dass Familienzimmer nicht garantiert werden können – wer zuerst weht malt zuerst. Oder wer die bessere Versicherung hat, das verschweigen die aber.
Vermute es dennoch sehr stark.

Irgendwann, so kurz vor zwölf…

Um es einer Gebärenden ganz einfach zu machen, gibt es natürlich ganz viele tolle Ratschläge wie:

  • Geburtsplan erstellen
  • Krankenhaustasche packen
  • Kreißsaaltasche packen
  • Babys erstes Outfit

Und dann googelst du und wirst erschlagen. Die Listen sahen aus. Wow! Wie ganze Urlaubsplanungen. Ey, hallo?! Wenn alles gut läuft ist man doch nur max. 3 (DREI!) Tage im Krankenhaus.
Und als verunsicherte und harmongesteuerte Schwangere willst du das erstmal ALLES!
Und dann geht dir die Zeit flöten. Ich konnte kaum noch alleine draußen unterwegs sein, war abhängig von anderen und das frustrierte stark. Mein Mann war arbeiten und meine Eltern in Florida – andere Menschen kannten wir hier noch nicht. Also wurde die Liste immer kürzer und kürzer und auf das Mindeste beschränkt.

Rückblickend kann ich sagen: die Kreißsaaltasche war komplett überflüssig. Aber das weiß man ja vorher nicht.
Vielleicht ist dieses ‚Tasche packen‘ ja auch nur zur Beruhigung der werdenden Mutter gedacht.
Kontrolle über eine unkontrollierbare Situation gewinnen. Oder, wie bekommt man sonst noch so die Zeit vor der Entbindung rum?
Jedenfalls ist das meine Erklärung dafür.

Der ET kam und ging und das Baby blieb drin

Der errechnete Termin war der 20. Juni. Aber so ist das mit Statistiken. Meine eigene Rechnung sagte etwas ganz anderes, das es tatsächlich sogar mein Datum wurde amüsiert mich noch heute. Das ist wohl dieser ‚Mutterinstinkt‚ von dem alle sprechen.
Irgendwo habe ich einmal gelesen, dass eine Frau im Durchschnitt 268 Tage schwanger ist, ausgehend vom Tag der vermuteten Einnistung habe ich den 25. Juni ausgerechnet.

So war es dann auch…

Fortsetzung folgt

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